Mittwoch, 5. Oktober 2011

Arbeitsalltag

Hallo zusammen, hier mal ein kurzer Überblick über meinen typischen namibischen Alltag.

Morgens um kurz vor 6 klingelt der Wecker und dann heißt es rein in die Klamotten und raus aus dem Haus. Je nachdem ob es für die Kinder Brot oder Porridge (eine Art Maismehlbrei) gibt schleppe ich entweder Kisten mit den fertigen Stullen oder Äpfel zum Speisesaal, wo Friede und ich mit Hilfe einiger Kinder das Essen austeilen. Dieses System haben wir bereits optimiert: Eigentlich wurden Brot bzw. Äpfel immer auf die Plätze gelegt, bevor die Schüler/innen in den Saal durften. Das hatte aber ein wildes hin und her Tauschen unter unseren Helfern zur Folge. Besonders beliebt war auch das Abkratzen der Erdnussbutter von den ausliegenden Broten. Um das zu unterbinden verteilen wir die Brote bzw. Äpfel jetzt direkt wenn die Kinder zum Essen kommen. So ist jeder mit seinem Frühstück beschäftigt und nicht mit dem der Anderen. So gegen viertel vor 7 (Sonnenaufgang aktuell um 6:34 Uhr) ist das Frühstück vorbei und wir haben kurz frei um Mails zu schreiben und zu duschen oder nochmal zu schlafen, bevor um 7:30 Uhr auch für uns das Essen auf dem Tisch steht (weil Schwester Emereziana im Moment in Keetmanshoop ist steht neuerdings auch Tischdecken auf unserem Programm, Morgens übernimmt aber häufig Schwester Beatrix diesen Job). Nach dieser morgendlichen Stärkung geht es für mich zurück zum Brothers House (Wohngebäude mit Arbeitsräumen, ursprünglich für irische Mönche gebaut; mein Wohnort) wo ich Computerkurse für junge Frauen gebe. Während Florian ihnen in einem ersten Kurs die Grundlagen von Word und den PC im Allgemeinen erklärt hat, versuche ich diese Kenntnisse nun um Word für Fortgeschrittene sowie PowerPoint und Excel zu erweitern. Dabei klaffen gravierende Unterschiede auf. Während einige neues Wissen aufsaugen und nach kurzer Zeit tolle Resultate zeigen, haben andere bereits wieder vergessen wie man den PC richtig ausschaltet. Zusammen mit den nicht gerade neuen Rechnern (Windows 98 etc.) ergibt sich teilweise hohes Frustpotential. Zum Glück machen selbst die Vergesslichsten Fortschritte. Nach dem Mittagessen (12:30Uhr) geht es mit Josef an die Arbeit. Dabei steht das Abschleifen und Streichen der Türen ebenso auf dem Programm wie die Reparatur der Toiletten oder Maurerarbeiten. Abendessen ist um kurz nach 6, wobei im Marienmonat Oktober zuvor noch der Rosenkranz gebetet wird. Dazu trifft sich die Gemeinde in der kleinen Missionskirche. Gebetet wird Tag für Tag abwechselnd auf Afrikaans oder Englisch (mit endsprechender Begleitliteratur kein Poblem). Der Abend ist dann Internetzeit. Hier werden Skype, facebook und E-Mail Programme auf Höchstleistungen gebracht, bevor ich zwischen 10 und 11 ins Bett falle.

Jetzt wisst ihr wie es hier so abläuft!

Bis dann, Euer Niels

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