Dienstag, 10. November 2015

Janos Tagesablauf
Um  einen besseren Eindruck zu bekommen, was Emma und ich so den ganzen Tag treiben, wenn wir mal nicht in Lüderitz oder Rehoboth sind, erzähle ich euch heute, was ich an einem ganz normalen Mittwoch so mache.
Zuerst müssen Emma und ich um viertel vor sechs aufstehen, damit wir pünktlich um sechs die Brote in der Halle verteilen können. Die Brote haben wir am Dienstagnachmittag aus dem Shop abgeholt. Wir holen jedes mal 27 Brote, die wir dann durch sechs Teilen und diese dann mit Jam, Butter oder Erdnussbutter beschmieren.
Nachdem wir die Brote verteilt haben, lege ich mich nochmal bis halb acht hin. Danach frühstücke ich, damit ich um acht Uhr gestärkt Tobias dem Hausmeister helfen kann. Wir haben meist unterschiedliche Sachen zu erledigen, Schlösser oder Glühlampen austauschen, Wasserleitungen reparieren, neue Sachen bauen, wie Regale oder Zäune, das Fleisch für das Mittagessen der Kinder schneiden, den verbrannten Müll auf dem Bukkie schaufeln und diesen dann zur Deponie bringen, den Bukkie sauber machen, Sachen wie Möbel von A nach B bringen und noch vieles mehr.
Tobias entscheidet dann immer je nach Arbeit, wann ich fertig bin. Wenn wir nicht so viel zu tun haben, bin ich um zehn Uhr entlassen, doch wenn es größere Aufgaben sind, kann es sein, dass ich auch mal bis elf arbeiten muss.
Während ich Tobias helfe, hilft Emma den Matrons bei deren Arbeit. Dabei fegt sie beispielweise die Hostelräume und bereitet anschließend Brote oder Äpfel für die Kinder vor, die sie um neun und um zehn Uhr in der Pause verteilt. Danach ist ihre Arbeit meistens zu Ende und sie hat Zeit unser Haus auf Vordermann zu bringen. -Kommentar von Emma: "Weil es ja sonst niemand macht!!!"-
Nachdem ich nun mit der Arbeit fertig bin, kann ich mich bis zwölf nochmal ausruhen. Meistens gehe ich duschen, da die Arbeit mit Tobias oft sehr dreckig und anstrengend ist, da man oft in der prallen Sonne arbeiten muss. Außerdem fege ich auch um diese Zeit manchmal mein Zimmer oder unseren Flur, für den ich verantwortlich bin.
Um zwölf Uhr laufen wir dann rüber zum Haus der Sisters um mit ihnen Mittag zu essen. Zum Essen kann man sagen, dass es jedes mal Fleisch gibt. Am Mittwoch und am Freitag gibt es Fisch, für mich bereiten die Sisters aber Hühnchen oder Wurst an diesen Tagen vor, da ich allergisch gegen Fisch bin. Zu dem Fleisch gibt es gefühlt jeden zweiten Tag Spinat aus dem Garten, oder anderes Gemüse. Dazu gibt es dann häufig noch Nudeln, Reis, Porridge oder Kartoffeln.
Nach dem Essen helfen wir noch bei dem Abwasch. Danach haben wir bis drei Uhr resting time, in der ich meistens schlafe. Um drei Uhr gehen wir raus, um mit den Kindern zu spielen oder zu malen. Am Mittwochnachmittag haben die Kinder keine Study, so dass alle Kinder da sind. Um halb fünf kommen dann Lehrer aus der Grundschule zum Fußballplatz und wir spielen mit ein paar Hostelkindern und ein paar Kindern aus der Location Fußball.
Emma versucht jetzt außerdem regelmäßig mittwochs Deutsch Unterricht zu geben, da die Kinder großes Interesse daran zeigen. Wir sind gespannt, ob sich das bewähren wird.
Um sechs Uhr müssen die Kinder dann zum Essen. Ich bleibe allerdings direkt am Platz, da ich nun mit meiner eigenen Mannschaft trainiere. Allerdings ist die Trainingsbeteiligung nicht besonders gut, so dass man nie weiß, ob heute genug Männer zum Training kommen. Vielleicht ist viermal Training in der Woche auch einfach zu viel, wobei ich mich hier nicht beklage :D
Das Training endet dann um sieben Uhr. Dann sprinte ich zur Study, die Emma und ich zwischen sieben und acht betreuen. Hier helfen wir den Kindern bei ihren Hausaufgaben. Dabei wechseln wir uns jeden Tag ab, wer bei den Jungen und wer bei den Mädchen ist. Dieses Verfahren ist denke ich nicht schlecht, da die Jungen deutlich anstrengender sind als die Mädchen.
Nach der Study esse ich zu Abend. Jeden Abend esse ich Brot und Joghurt, manchmal auch Cornflakes. Danach schaue ich mir häufig noch die Champions League an, wenn es läuft. Anschließend gehe ich ins Bett und freue mich, bis halb acht schlafen zu dürfen.
Ich hoffe, ihr habt nun einen besseren Eindruck bekommen, was wir so machen. Wir melden uns kurz vor unser Reise nach Tansania nochmal.
Viele Grüße aus dem heißen Tses wünschen euch Emma und Jano.



Montag, 2. November 2015


Liebe Blogleser,

Jano und ich haben letztes Wochenende zusammen mit Alex - einem der englischen Freiwilligen - in Lüderitz verbracht und würden euch gerne kurz davon berichten. Am Freitag nach der Schule ging es los, zunächst Richtung Keetmanshoop. Von dort 
aus, hieß es, sei es ganz leicht eine Mitfahrgelegenheit in einem der vielen Minibusse nach Lüderitz zu finden. Optimistisch wie wir waren, fragten wir etliche Busse, ob sie zu unserem gewünschten Ziel fahren würden, jedoch stellte sich heraus, dass die meisten entweder nach Windhoek fuhren oder aber aus Windhoek kamen und kein Platz mehr frei hatten nach Lüderitz. Wir malten uns bereits aus, wie wir unser Outweekend wieder im ruhigen Tses verbringen müssten, als sich doch die Möglichkeit ergab in einem Auto mit zu fahren. So kamen wir gegen sechs Uhr in Lüderitz an und wurden sofort von dem stürmischen Wind und dem Meeresgeruch begrüßt. Nachdem wir unsere Sachen im Hostel verstaut hatten, begaben wir uns auf Nahrungssuche und fragten uns gleichzeitig, als wir durch die Straßen gingen, ob wir uns noch in Afrika befanden. Sowohl die Architektur als auch die Bezeichnungen einiger Straßen oder Gebäude erweckten den Eindruck, als wären wir in das frühe 20. Jahrhundert in einer deutschen Kleinstadt zurückversetzt worden. Hinzu kommt natürlich die plötzliche Kälte, die für uns schon ungewohnt geworden ist. Wir machten es uns schließlich in einer Bar gemütlich, die uns mit Live Musik und dem Geruch guten Essens lockte. Zu unserem Erstaunen wurde dort auch gerne Kümmerling getrunken!
Samstag morgen machten wir uns dann auf dem Weg Richtung Meer um einen Strand zu finden. Nach erfolglosem Suchen erfuhren wir schließlich dass der Strand weiter entfernt liegt und so nahmen wir uns ein Taxi. Da es sich wirklich um einen Strand irgendwo im Nirgendwo handelte, musste uns der nette Taxifahrer versprechen uns in 2 Stunden wieder abzuholen. Um dem ein wenig Nachdruck zu verleihen drohte ich noch mit den Worten, dass er Schuld sei, wenn man hörte, dass drei Jugendliche in der Wüste umgekommen sind, weil sie den Weg nach Lüderitz nicht zurück gefunden haben :D Während ich mich dann schön in die Sonne gelegt habe, um zu entspannen, wagten Jano und Alex sich ins eiskalte Wasser des Atlantischen Ozeans. Jedoch reichte der Mut bei Jano auch nur für einige Meter, bis er einen Wadenkrampf bekam... Auch wenn es wahrscheinlich echt schmerzhaft war, war es doch witzig dabei zuzusehen, wie er aus dem Wasser „gehoppelt“ kam. Nach 2 Stunden und 5 Minuten kam zum Glück der nette Taxifahrer wieder, um uns abzuholen. Nach einer Stärkung in einem netten Cafe mit Aussicht auf das Meer, begaben wir uns wieder ins Hostel. Dort hörte Jano dann gespannt deutsches Radio (Bundesliga) und Alex und ich schauten seit langem mal wieder ein wenig fern.
Ein verlassenes Gebäude mitten in der Namib Wüste
Am nächsten Morgen ging es dann für uns drei recht früh wieder von der Küste, durch die Wüste, in die Savanne und Richtung Tses. Es war ein echt schönes Wochenende!


Jano und Emma

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Liebe Blogleser,

in den letzten Wochen ist hier einiges passiert, worüber wir euch gerne berichten würden. 
Vorletztes Wochenende hatten die Kinder out weekend, was bedeutet, dass die meisten nach Hause zu ihren Familien gehen und zu Schulbeginn wieder kommen. Es war also auch unser erstes richtig freies Wochenende, welches wir in Tses verbracht haben, da hier dank einer Pilgerveranstaltung und eines großen Fußballturniers einiges los war. Da insgesamt 26 Mannschaften vertreten waren, war das kleine, eigentlich eher verlassene Dorf sehr lebendig. Somit nutzten wir die Gelegenheit und gingen mit den Engländern und einigen anderen Freunden aus Tses in die „city“ und tranken ein paar Bier und Spirituosen.
Am Samstag spielte auch Janos Mannschaft in dem Turnier mit, jedoch flogen sie leider nach dem ersten Spiel direkt raus. Danach beobachteten wir gespannt, wie viele Pilger sich nach und nach auf dem Hostelgelände versammelten, um sich auf die lange Veranstaltung vorzubereiten. Diese fing um 19 Uhr abends an und ging durch die Nacht durch bis morgens um 10 Uhr. Die Messe wurde in verschiedene Phasen unterteilt, so hatten beispielsweise junge Paare die Möglichkeit sich in einer Zeremonie für ihre anstehende Hochzeit segnen zu lassen, aber auch schon verheiratete Paare konnten ihren Ehebund erneuern lassen. Darüber hinaus gab es eine Kreuzwegprozession, bei der jeder Pilger mit einer Kerze den Weg erleuchtete. Am Ende hatten dann noch einmal alle Familien die Gelegenheit sich für den Heimweg segnen zu lassen. Es war ein echt schönes Wochenende und wir sind beide froh, dass wir es in Tses verbracht haben.

Vergangenes Wochenende ging es dann mit einem Bus voller singender und aufgekratzter Kinder Richtung Norden nach Rehoboth (ca. 80 km von Windhoek entfernt). Der Bus konnte dank Spendengelder finanziert werden.
Dort fand ein Hostel Turnier statt, wo sieben teilnehmende Mannschaften in Fußball und Netball gegeneinander antraten. Netball ist eine Sportart, die hier ausschließlich von Mädchen gespielt wird und vergleichbar mit Basketball ist, wobei die Regeln für Jano und mich bislang noch undurchsichtig sind. Zwar verlor unser Tses Team das ein oder andere Spiel, aber dafür waren die Kinder immer mit super Stimmung und Teamgeist dabei.
Samstags abends gab es dann noch eine Show, in der alle Hostel Chöre nacheinander traditionelle Lieder sangen. Auch wenn wir es nicht verstanden haben, war es doch schön ihnen einfach zuzuhören. Das Highlight war natürlich der Tses Chor, mit dem Vicky -eine Matron- und ich in den vergangenen Wochen des öfteren die Lieder geprobt haben. Es hat sich gelohnt, denn es wurde sogar eine Zugabe vom Publikum gefordert!
Untergebracht wurden Jano und ich an verschiedenen Orten. Jano schlief in einem Hostelzimmer und Sister Johanna und ich wurden zu einem abgelegenem Haus, welches der Kirche gehört, gebracht um dort zu nächtigen. Wir wurden immer hingebracht und abgeholt, da einige Teile Rehoboths besonders in der Nacht als kriminell gelten.
Am Sonntag ging es dann nach der Messe und dem Mittagessen gestärkt Richtung Tses, wo wir gegen Abend herzlich von den anderen Kindern empfangen wurden.

-Leider konnten wir in diesem Eintrag wegen "technischer Probleme" keine Fotos hinzufügen.-



Jano und Emma

Sonntag, 13. September 2015

Hallo liebe Blogleser,
Wir wollten euch nur kurz von Freitag Abend berichten und euch die tollen Fotos zeigen, die währenddessen entstanden sind.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik, haben Jano und ich es am Ende doch geschafft den Film "Ich einfach unverbesserlich 2" für die Kinder auf die Leinwand zu bringen. Dazu sollte man jedoch fairerweise sagen, dass wir den Film auch echt witzig fanden :D
Die Kinder waren hellauf begeistert, als wir danach noch die Musik angemacht haben, wozu sie -äußerst beeindruckend- getanzt haben. Dabei blieben wir mit unseren europäischen "Dancemoves" doch lieber erstmal eher im Hintergrund...
Als es dann für alle Kinder um 21 Uhr ins Bett ging, haben wir uns noch mit den UK Freiwilligen, Dan und Alex, die beide in der Primary School unterrichten, auf ein Bierchen bei uns getroffen.
Es war ein echt schöner Abend!



Sonntag, 30. August 2015

Hallo liebe Blogleser,

mit diesem Eintrag möchten Karolin und ich uns verabschieden! Leider ist unser Jahr schon zu Ende. Karolin ist am 24. August geflogen und für mich geht es nächsten Donnerstag auch nach Hause. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir auf das vergangene Jahr zurück. Für uns war das Jahr eine wichtige und wundervolle Erfahrung
und trotz mancher Strapazen können wir beide sagen: "Dieses Jahr in Namibia war super schön und es war gut, dass wir es gemacht haben." Der Abschied ist schwer und man realisiert erst mit ihm, was man alles zurück lassen muss: Erfahrungen, Begegnungen, Menschen, Freunde, Sprachen und im Allgemeinen, den lieb gewonnen Ort Tses. Aber genug mit dem Trübsal blasen. Wir können auch glücklich in die Zukunft blicken. Karolin wird in Münster auf Lehramt Deutsch und Biologie studieren und mich zieht es nach Bayreuth, um Philosophy und Economics zu studieren. Wir beide freuen uns sehr auf das Studium und auf die Zeit die uns jetzt erwartet. Tses und Namibia werden wir aber nicht vergessen.

Die neuen Freiwilligen Jano und Emma habe ich letzte Woche von Windhoek abgeholt und nach Tses begleitet. Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Viel Glück und vor allem viel Spaß in Namibia!

Damit übergebe ich mal das Wort an die beiden und mit diesen Worten verabschieden wir uns...

Wir sind's: die neuen Freiwilligen, Jano und Emma. Oder wie wir derzeit immer vorgestellt werden: "the new volunteers".
Seit Montag sind Jano und ich in Namibia. Wir wurden herzlich von Schwester Antonia, Karolin und Stella (Karolins Freundin) am Flughafen empfangen. Leider war die Begrüßung mit Karolin auch gleich mit ihrem Abschied verbunden, da sie an dem Nachmittag zurück nach Deutschland geflogen ist. In Windhoek hat uns dann Manuel in Empfang genommen und uns auch ein paar  seiner Freunde vorgestellt. Nach einer Nacht im Backpackers Hostel (Cardboard Box Windhoek) verließen wir die Stadt am Morgen im Kleinbus Richtung Süden nach Tses.
Da die Kinder allerdings erst am Montag aus den Ferien zurück kommen, konnten wir in den ersten Tagen noch nicht allzu viel machen. Manuel hat uns allerdings schon mit den Sisters, den Matrons und anderen Personen bekannt gemacht.
Gestern haben wir uns unseren ersten wunderschönen (!!) Sonnenuntergang von einer Düne aus angeschaut. Es war einfach atemberaubend!
Das war es auch bisher von uns. Wir melden uns dann wieder, wenn der Alltag hier für uns in vollem Gange ist.

Jano und Emma
Die Ruhe vor dem Sturm

Dienstag, 11. August 2015

Endspurt



 Hallo liebe Blogleser, 

Vorweg: Upps, wir haben den Blog wohl etwas schleifen lassen. Und nun ist es schon so weit. Nächste Woche heißt es schon „Bis bald, Tses“ und die Rückreise steht kurz vor der Tür (Manuel 03.09. , Karo 24.08.).
So, nun aber erst einmal zu dem, was in den letzten Wochen so geschehen ist. Das war einiges! Wo fange ich an? Manuel war mit seiner Familie auf Reisen und außerdem sind uns seine Eltern und sein kleiner Bruder auch in Tses besuchen gekommen. Es war interessant zu sehen, wie Menschen aus der Heimat auf unser Projekt reagieren. Gemeinsam hatten wir lustige Abende und anschließend noch eine tolle Fahrt in den Süden, die uns ein letztes Mal nach Lüderitz geführt hat. Es war cool, dank des Autos, endlich die Touristen-Attraktionen in Angriff nehmen zu können. Daraufhin ging es an die heißen Quellen in Ai-Ais, die es möglich machen im namibischen Winter noch um zehn Uhr nachts in den Pool zu springen. Zu guter Letzt haben wir auf dem Rückweg noch den Fish River Canyon vom Aussichtspunkt aus besichtigt – der zweitgrößte Canyon der Welt ist wirklich beeindruckend! 

Das folgende Wochenende stand dann schon unser erster Abschied vor der Tür denn unser guter Freund Maurits hat seinen Dienst bereits beendet, da in Holland die Unis eher starten. In Windhoek haben wir gemeinsam mit Familie Kruse (Familie der stellv. Schulleiterin der Nowak Primary School in Tses) Maus letztes Wochenende verschönert: Gemeinsames Grillen, Feiern und Abhängen stand auf dem Programm.
Im Projekt war ebenfalls einiges los: In Keetmanshoop haben wir von den Spendengeldern 60 neue Matratzen für das Boys-Hostel gekauft. Der größte Teil von diesen wartet nun noch in Keetmans darauf, nach Tses gebracht zu werden.
Wie im Flug vergingen auch die sechs Wochen, die Manuels Freund Andreas in Namibia war. Gemeinsam mit ihm haben wir bereits unsere Abschiedsfeier mit den Hostel-Kids veranstaltet. Wir haben unseren Kindern ein Abendessen spendiert, wofür Andi die erste Ziege seines Lebens geschlachtet hat, die später vorzüglich geschmeckt hat. Die ersten Abschiedslieder wurden gesungen, die ersten Tränchen kullerten Wangen herunter. Nach dem Gaumenschmaus wurde dann noch ordentlich abgedanced! 
 
Nun läuft unsere letzte Woche in Tses an, denn  am nächsten Donnerstag fahren die Kinder nach Hause in die Ferien. Für uns steht eine abschließende Reise nach Sossusvlei, in die Karibib Gegend und nach Etosha an, wobei uns meine liebe Freundin von Stella begleitet. Morgen landet ihr Flieger in Windhoek. Nun wird die letzte Woche mit den Kids genossen, gekuschelt und nebenbei weiter nach Wohnungen gesucht. Manuel beginnt in Bayreuth zu studieren und ich in Münster. Nicht mehr lange, und der deutsche Boden hat uns wieder! LG aus Namibia Manuel und Karo

Sonntag, 28. Juni 2015

Hallo liebe Blogleser,

nach einer langen Schreibpause hier auf unserer Seite, melden wir uns aus dem mittlerweile frischen Tses zurück.
Ich berichte nun mal schnell von unserer Reise zu den Victoriafalls in Sambia. Nachdem die Kinder schon zehn Tage in den Ferien waren und wir bei einem Seminar für die Matrones (Erzieherinnen) einen Computer-Kurs gegeben haben, ging es für uns das erste Mal im Zug nach Windhoek. Dieser zuckelt jede Nacht und jeden Morgen durch unser Dorf und die Erfahrung, mit einem solchen Gefährt durch Namibia zu fahren, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Eine Woche zuvor hatten wir in Keetmanshoop unser „Business-Class“-Abteil gebucht: Eine kleine, nicht ganz liebevoll eingerichtete Kammer, in der es ein Etagenbett gibt. Die Fahrt war super! Es war zwar etwas kühl, dennoch gingen die zwölf Stunden wortwörtlich im Schlaf um.
Morgens in Windhoek haben wir uns dann direkt in den ersten Mini-Bus zu unserem ersten Ziel, Grootfontein, gesetzt. Auf der sechsstündigen Fahrt fing unser Wagen kurz vor Outapi an zu qualmen. Nach einer Stunde Zwangspause ging es also weiter und nachmittags sind wir dann sicher in Grootfontein angekommen. Zwei Nächte waren wir dort und ehrlich gesagt war in diesem Ort das Frühstück in unserem Guesthouse das Highlight. Wir haben zwar auch den Hoba Meteoriten besucht (und ziemlich viel Geld für das Taxi ausgegeben), der war aber leider keine Sensation. Vor Ort haben wir uns den Steinbrocken (nein, sorry, er besteht zu 82% aus Eisen) zwar à la „Guck mal, wie cool sich das anfühlt!“, schöngeredet, aber im Nachhinein waren wir uns einig, dass der Meteoriten-Besuch eine Geldverschwendung war. :D
Unser nächstes Ziel war dann das schöne Rundu. Dort wollten wir eigentlich unbedingt den Open-Market besuchen, haben aber bei unserer Reiseplanung leider nicht bedacht, dass dieser am Sonntag geschlossen ist. Untergekommen sind wir bei einer amerikanischen Peacecorp-Freiwilligen namens Esther. Viel von Rundu gesehen haben wir leider nicht, dafür war der Tag zu kurz, aber am Ende des Tages haben wir uns ein Essen direkt am Okavango-River gegönnt. Allein für den Sonnenuntergang dort (und davon gibt es hier einige gute), hat sie der Tag dort gelohnt.
Doch unserer Reise sollte sich noch steigern. Im Minibus ging es fünf Stunden durch den Caprivi-Zipfel (ja, liebe Leser, wenn ihr es noch nicht getan habt, holt schnell die Karte raus), nach Katima Mulilo, wo wir bei Fiona, einer Freiwilligen vom Deutschen Roten Kreuz, untergekommen sind. Auf der Fahrt haben wir die ganze Zeit gespannt nach draußen geschaut, denn überall waren Warnschilder aufgrund von Elefanten aufgestellt. Aber wir Pechvögel haben keinen zu Gesicht bekommen. Beeindruckend war die Landschaft aber allemal, denn es war einfach viel grüner als bei uns (,was jetzt nicht allzu schwer ist) und auch die Hütten, an denen wir vorbeigefahren sind, waren ganz anders als bei uns: Rund und mit Strohdächern. Die zwei Tage dort waren klasse. In Katima waren wir endlich auf einem Markt, wo wir gleich die Gelegenheit genutzt haben und uns Kleidung schneidern lassen haben. Außerdem kamen wir in den Genuss vom traditionellen Essen, dem Zambezi Breeze für umgerechnet 2,50 Euro. Zum Fisch gab es Pap und spinatähnliches Gemüse, lecker! Zwischendurch haben wir noch im Schwimmbad direkt am Zambezi-River entspannt (ein 25 Meter Becken) und gemeinsam gekocht wurde natürlich auch. Nach zwei Nächten dort, sind wir zum unserem finalen Ziel aufgebrochen. Einige Stunden hat es noch gedauert, dann waren wir auch schon in Livingstone angekommen. Dort haben wir im Jollyboys Hostel gelebt, welches einfach gemütlich war und wohl das Beste der Hostel, die wir bisher genutzt haben. Überall waren bunte Kissen verteilt, das WLAN war klasse, und der Pool sehr einladend. Am zweiten Tag dort sind wir zu den Victoriafällen aufgebrochen. Man kann dieses Naturschauspiel einfach nicht anders als mit dem Wort GIGANTISCH beschreiben. Diese Wassermassen waren einfach beeindruckend und wir sind pitschnass geworden. Außerdem haben wir sogar ein Stück Regenwald zu Gesicht bekommen. Dieser Besuch hat sich mehr als gelohnt!
Die weiteren Tage in Livingstone wurden natürlich auch genutzt. Wir haben einen weiteren Markt besucht, auf dem wir für wenig Geld unheimlich leckeres Village Chicken bekommen haben. Außerdem gab es dort richtig viel Auswahl an Oshitenge (Stoffe), und auch dies preiswert. Also haben wir zugeschlagen! :D Am letzten Abend nahmen wir an einem „Sambesi Sunset Cruise“ teil (die einzig touristische Aktion, die in unseren Geldbeutel gepasst hat). Dort gab es Getränke und Essen so viel man wollte und wir haben Flusspferde und Krokodile zu Gesicht bekommen. Der Sonnenuntergang auf dem Fluss war unschlagbar, und wurde mit jedem Augenblick schöner.
Dort endete unsere Reise also und mit dem Intercape-Bus sind wir 22 Stunden zurück nach Windhoek gefahren. Dort haben wir noch einen Tag mit den anderen Freiwilligen Morgan und Maurits verbracht. Am nächsten Tag sind die Zwei mit zwei weiteren Freiwilligen nach Lüderitz aufgebrochen und Manuel nach Swakopmund. Ich bin noch zwei weitere Tage in Windhoek geblieben, denn ich habe Besuch aus Deutschland von meinem Freund bekommen. Gemeinsam haben wir wirklich eine grandiose Reise erlebt!

Nun ist die Reisezeit aber erst einmal vorbei und wir sind schon einige Wochen wieder im Projekt (Manuel vier und ich drei Wochen). Der Alltag hat sich nun wieder eingespielt und unsere letzten zweieinhalb Monate stehen bevor.
Wir melden uns natürlich wieder!

LG
Manuel und Karo