Goeie môre!
Der letzte Freitag war voller
Erlebnisse, weshalb wir euch unsere Erfahrungen nicht vorenthalten
wollen.
Zunächst wurde in der Nacht vergeblich
versucht in das Haus der Sisters einzubrechen. Im Vorratsraum des
Hostels ist dieses Vorhaben dann auch geglückt, doch es wurden
lediglich ein paar Lebensmittel gestohlen. Wertvolle Gegenstände
wurden nicht entwendet. Dazu wurden die Fenster eingeschlagen, doch
schon am Morgen reparierte Tobias den Schaden und schweißte einige
Metallstreben in den Rahmen um solche Zwischenfälle in Zukunft zu
vereiteln. Somit waren morgens alle sehr aufgeregt, da auch die
Kinder sich alle den Ort des Geschehens angucken wollten. Die Polizei
war nachts schon vor Ort. Ein Einbruch ist hier schon etwas
besonderes, weil es nicht häufig vorkommt und das Gelände auch
umzäunt ist.
Auf der Rückfahrt mussten wir uns dann
allerdings noch mehr beeilen und so wurde die Fahrt noch
unangenehmer. Vincent und Sigbertus waren ja nun auch nicht mehr
alleine auf der Ladefläche sondern mussten sich den Platz mit dem
toten Esel teilen. Deshalb hatten sie zudem mit dem Gestank und Blut
des Esels zu kämpfen und so waren wir alle froh, als wir wieder in
Tses waren.
Da es hier in Tses als besonderes
Ereignis gilt, war es eine Erfahrung wert dabei zu sein.
In den kommenden Tagen werden wir dann
auch wieder mit den Kindern essen, um das Fleisch zu probieren.
Danach half Vincent noch bei der
Häutung und anderen Dingen. ;)
Ich musste mich allerdings sofort an
die Vorbereitungen für den Sleepover machen, den ich abends mit den
ältesten Mädels geplant hatte. Da das Schuljahr hier im November
endet, hatte ich den Mädels aus Grate 8 versprochen einen Sleepover
zu machen, da sie nächstes Jahr nicht mehr hier im Hostel sein
werden. Somit hatte ich Chips und Getränke gekauft und mich späten
Nachmittag mit dem Backen der Waffeln begonnen.
Vincent hat währenddessen ein Evening
Entertainment für die übrigen Kinder vorbereitet. Bei der Gameshow
„Kids vs. Matrons“, lieferten die Hostelkinder sich einen
spannenden Wettstreit mit den Matrons. Bei mehreren unterhaltsamen
Spielen mussten die beiden Teams ihr Geschick, Kooperationsvermögen
und ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen. Besonders beim letzten
Spiel, dem beliebten und actionreichen Ballontreten, kam
es zu einem nervenaufreibenden Kopf-an-Kopf Rennen, bei dem die Kids
letztlich das Nachsehen hatten. Doch auch wenn die Matrons
sich zwar alle Mühe gegeben haben, konnten sie den Kids schließlich
nicht das Wasser reichen und mussten sich mit einem guten zweiten
Platz zufrieden geben. Sichtlich
erschöpft von den teils anstrengenden Herausforderungen, aber mit
einem breiten Lächeln auf den Lippen gingen alle Beteiligten von
dannen.
Gestern wurde dann erstmal ordentlich
geschlafen und die angehäufte Wäsche gewaschen.
Heute sind wir allerdings ohne Strom
aufgewacht und da es bis jetzt schon öfter zu Stromausfällen
gekommen ist, wollen wir euch kurz die Lage erklären. Kein Strom
bedeutet dann also morgens aufstehen und merken, dass das Wlan nicht
funktioniert. Beim Frühstück ist bis auf den nicht funktionierende
Kühlschrank alles in Ordnung, aber das Spülen wird dann ohne Wasser
schon schwierig, denn auch das Wasser kommt ohne laufende Pumpe nicht
aus dem Untergrund. Nach dem Frühstück kann man sich außerdem
nicht die Zähne putzen (Duschen und Hände waschen übrigens auch
nicht) und die Mikrofonanlage in der Kirche konnte man dann auch
vergessen. In der freien Zeit verbringen wir dann die Zeit mit Lesen,
Malen oder Schreiben. Zum Mittagessen hatten wir trotzdem etwas auf
dem Tisch stehen, da die Schwestern, sowie die Hostelküche Gasherde
für solche Fälle besitzen. Da wir allerdings immer Kranwasser
trinken, mussten wir mit unseren letzten kühl gelagerten bzw. immer
wärmer werdenden Flaschen haushalten, denn man weiß nie wann der
Strom wiederkommt. Die letzten Male war das meistens abends und so
mussten wir uns außerdem mit Kerzen behelfen.
Jetzt nutze ich gerade meinen letzten
Akku des Laptops um diesen Beitrag zu schreiben und sobald das
Internet wieder da ist, kann er auch hochgeladen werden.
Also, wenn dieser Beitrag online ist,
sind auch wir nicht mehr offline, sondern für unbestimmte Zeit
wieder erreichbar.
Eigentlich sollte dieser Beitrag noch
gestern online gehen. Allerdings hatten wir bis heute morgen keinen
Strom, denn gestern Abend hat es gestürmt und zum ersten Mal
geregnet, seitdem wir hier sind. Da ich sowieso noch duschen musste,
wurde das draußen erledigt und wir hatten einen Menge Spaß. Überall
war es überschwemmt und vor unserem Haus und an vielen anderen
Stellen sind Flüsse mit starker Strömung entstanden. Heute morgen
sieht alles ganz ungewohnt aus, aber es ist alle Heile geblieben.
Liebe Grüße und bis bald Vincent und
Anne :)