Samstag, 18. März 2017

Verregnetes Tses



Hallo Zusammen,

ja, ihr habt richtig gelesen…verregnetes Tses.
Anfang März hat es immer wieder ordentlich geschüttet, sodass es sogar auch in Tses etwas grüner geworden ist.















Das erste Wochenende ging es für uns Richtung Windhoek, da wieder Outweekend war.
Unglaublich, wie es immer grüner und grüner Richtung Norden wurde.
Wir verbrachten das Wochenende dort, um die Stadt genauer zu erkunden, endlich mal wieder Fastfood zu essen und einfach im Hostel zu entspannen. Zudem hatten wir uns vorgenommen Bücher zu kaufen, was wir auch sehr erfolgreich in einem netten kleinen Laden getan haben. Und wie es der Zufall will, trafen wir in diesem Laden einen Münsteraner Jungen, der dort für mehrere Monate aushilft…Wie klein die Welt doch ist.
Der Kauf der Bücher machte sich auch direkt bezahlt, da es am Nachmittag anfing zu regnen und wir es uns so im Hostel mit den Büchern bequem machen konnten.
Vorgestern Abend feierten wir mit den Matrons, Sister Secilia und Sister Beatrix (sie ist letzte Woche aus Amerika wiedergekommen, um bis September zu bleiben, da sie ihr endgültiges Visum noch nicht hat) den Independence day vor, der eigentlich erst am 21.03 ist. Da die Kinder jedoch die ganze nächste Woche Schulfrei haben und so auch die Matrons ihre Familien besuchen fahren, haben wir die Feier etwas vorgezogen. Es war ein wirklich sehr lustiger Abend, mit leckeren selbstgemachtem Essen und kühlen Getränken.

Am nächsten Morgen machten Philip und ich uns mit Sister Beatrix und Sister Monika auf den Weg nach Grünau (nur 170km von Süd Afrika entfernt), da die beiden Sisters dort einen Arzttermin hatten. Sister Beatrix hatte uns angeboten, dass wir mitkommen können, damit wir die wunderschöne Landschaft genießen können, die wirklich alles zu bieten hatte… Es ist unglaublich wie unterschiedlich die Natur hier in Namibia ist. Auch hier hatte es geregnet, sodass der eigentlich sonst so trockene und braune Süden auch ziemlich grün bewachsen war.
Auf dem Rückweg kauften wir uns an einem kleinen Stand mitten in der Pampa Biltong. Biltong ist getrocknetes Rind-, Straußen-oder Wildfleisch, welches in kleine „Sticks“ verarbeitet wird, die man einfach so zwischendurch essen kann…wirklich lecker und sehr beliebt bei den Sisters.



Nächste Woche werden wir sehr wahrscheinlich für ein paar Tage nach Lüderitz fahren, da es hier ohne die Kinder und die Matrons doch schon ganz schön ruhig und einsam ist.

Liebe Grüße nach Deutschland,
Kathi und Philip













Sonntag, 26. Februar 2017

Die letzten Wochen...



Hallo Zusammen,
wir haben heute die Zeit gefunden, um euch von den letzten Wochen zu berichten.
Eine große Neuigkeit ist, dass wir nun eine neue Chefin, Sister Secilia aus Keetmanshoop, haben, da unsere bisherige Chefin, Sister Beatrix, für sechs Jahre im den USA sein wird.
Sie versucht dennoch öfters im Jahr nach Tses zu kommen, um nach dem Rechten zu sehen und wieder etwas Heimat zu genießen.
In den letzten Wochen hat es öfters geregnet und vor zwei Tagen so heftig gestürmt, dass sich sogar ein Teil des Daches vom MädchenHostel selbstständig gemacht hat.
Durch die vermehrten Regenfälle kam Sister Monika auf die Idee zu einem nahegelegenen Fluss mit Wasserfall zu fahren, damit wir dort Schwimmen gehen können. Also machten wir uns an einem Samstagmorgen mit Sister Monika und fünf weiteren Mädchen mit dem Auto auf den Weg zum Fluss. Dort angekommen verstauten wir unsere Essens und Trinksachen in einem Haus und wanderten los zum Fluss. Wir hofften, dass der Fluss noch ordentlich voll durch den letzten Regenfall der vorherigen Tage ist. Jedoch fanden wir nur vereinzelte große Pfützen vor, sodass wir erstmal eine Weile in dem großen Fluss Richtung Wasserfall liefen. Als wir eine größere Pfütze erreichten, ließen wir uns dort nieder und konnten „Schwimmen“ oder eher gesagt plantschen. Im Gegensatz der Erwartung war das Wasser eiskalt.
Dort verbrachten wir dann den gesamten Vormittag, plantschten, spielten Fußball und genossen einfach die Abwechslung.
Zum Mittag machten wir uns wieder auf den Rückweg, um zu Picknicken. Es gab Fleisch, selbstgebackenes Brot, Äpfel, Cooldrink und selbstgebackene Waffeln durch uns… Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, machten wir im Schatten eines Daches ein Nickerchen und wurden kurz darauf auch schon von Tobias wieder abgeholt.


Den Sonntag darauf waren wir mit den Jungs bei den Dünen, da es am Vormittag sehr bewölkt war und so nicht allzu heiß. Als wir jedoch loszogen kam die Sonne mit all ihrer Kraft zum Vorschein und die meiste Strecke wurde von den Jungs, die teilweise keine Schuhe mithatten, gerannt, damit die Füße nicht im heißen Sand verbrennen.
An der großen Düne angekommen, spielten die Jungs Fußball und kullerten sich die Dünen runter.
Wieder angekommen im Hostel waren alle von der starken Sonne und der Hitze sehr erschöpft.
 









Den Freitagabend darauf bauten wir abends das Volleyballnetz auf und spielten so mit den Kindern zusammen Volleyball. Technik, Taktik und ein Großteil des Regelwerks wurden gekonnt ignoriert und so stand vor allem der Spaß im Vordergrund. Es wurde so lange gespielt, bis es dunkel war und keiner mehr den Ball sehen konnte.

Nach langer Vorfreude auf Seiten der Kinder war dann auch endlich der Valentinstag da. An diesem Tag mussten die Kinder keine Schuluniformen zur Schule tragen und zogen sich so weiß-rot an…hierbei steht Rot für die Liebe und Weiß als Zeichen der Reinheit. Am Ende des Tages präsentierten uns viele Kinder voller stolz ihre schön verzierten Valentinstagsbriefe, die sie in der Schule geschrieben hatten.
An dem Freitag darauf sollte auch die Valentinstagsparty für die Erwachsenen stattfinden, die sich dann jedoch um eine Woche verschoben hatte.
So gingen wir an diesem Freitag, ziemlich gespannt was uns erwarten würde, zur Party…Philip in weißem Hemd und Kathi in rotem T-Shirt. Als wir am Eingang der Hall mit ein paar anderen Matrons standen, wurde uns schlagartig klar, dass es nicht so werden würde wie wir erwartet hatten. Wir hatten damit gerechnet, dass man zusammen sitzt, etwas trinkt und tanzt…falsch Gedacht.
Die Hall war mit Kerzen geschmückt, die am Eingang auch einen kleinen Spalier bildeten. Zudem gab es viele einzelne Tische mit zwei Stühlen gegenüber, die mit einer Kerze, einer Weinflasche, Teller und Becher und schöner Deko gedeckt waren. Nach einem Begrüßungsgetränk am Eingang wurden wir an unseren Tisch geführt. Spätestens dann wurde uns bewusst, was wir schon am Eingang vermutet hatten, dass es sich hierbei eher um eine Art Candle-Light-Dinner handelt. Wir fühlten uns beide eindeutig etwas unwohl und fehl am Platze, machten jedoch das Beste daraus und hatten auch ziemlichen Spaß. Uns wurden drei sehr leckere Gänge serviert. Das Erste waren kleine Frikadellen mit Tomaten, kleinen Würstchen und einem kleinen Sandwich. Der zweite Gang war dann zurechtgeschnittener Käse, zu dem wir auch den Wein öffnen konnten. Zu guter Letzt gab es ein kleines Kuchenstück mit Vanillesoße…einfach göttlich :D.
Nachdem wir unser Essen und die Weinflasche geleert hatten, brachen wir die Tischordnung etwas auf und setzten uns zu Freunden an einen anderen Tisch, wo wir uns nett unterhielten und noch ein paar Gläser Wein getrunken wurden. Irgendwann begannen die Mitglieder des Chors der Gemeinde, die den ganzen Abend organisiert hatten, bei Musik tanzend die Hall aufzuräumen. So war der Abend dann auch für uns beendet. Nach anfänglicher Skepsis, war es ein wirklich lustiger Abend. Trotz der romantischen Atmosphäre, hat es zwischen uns leider nicht gefunkt.

Das wars dann erstmal wieder.
Liebe Grüße
Philip und Kathi

Montag, 23. Januar 2017



Hallo ihr Lieben,

Hier sind wir wieder…
Nach unserer fünfwöchigen Reise sind wir wohlbehalten in Tses angekommen.
Nun wollen wir euch gerne von unserer Reise und dem Zwischenseminar berichten.

Das Abenteuer startete am 29.11.2016 als sich die Kinder auch schon in ihre wohlverdienten Ferien verabschiedeten.
Mit dem Bus ging es zuerst nach Windhoek, um am darauf folgenden Tag etwas Geld in US-Dollar für die Visa umzutauschen und den Intercape Bus nach Livingstone, Sambia zu nehmen. Nach einer 22-stündigen und gar nicht mal so anstrengenden Busfahrt kamen wir in Livingstone an. Dort machten wir uns auf die Suche nach unserem Hostel, in dem wir die anderen Freiwilligen aus Sumbawanga  trafen, die für die restliche Reise unsere Weggefährten werden sollten.
Die erste große Attraktion waren für uns dann die Viktoria Fälle, die größten Wasserfälle Afrikas.
Das Highlight an diesem Tag war vor allem das Schwimmen im Devil´s-Pool. Ein natürliches Wasserbecken an der oberen Kante des Wasserfalls.
Am 05. Dezember ging es mit einem Bus nach Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Von dort aus ging es am nächsten Morgen mit einem weiteren Bus zu einer kleineren Stadt, dessen Namen wir leider vergessen haben :D. In dieser Stadt fuhr der Zug, den wir Richtung Tansania nehmen wollten los.
Nach einer sehr ereignisreichen 30 stündigen Zugfahrt mit niedriger Geschwindigkeit, kamen wir Nachts in Mbeya an. Dort nahmen wir zur Abwechslung mal wieder einen Bus, mit dem wir nach einer holprigen Fahrt in Matema Beach ankamen. Matema Beach ist am Lake Nyasa, der sich hervorragend zum Schwimmen eignet. Wir verbrachten fünf schöne Tage dort und unternahmen eine Wanderung zum Wasserfall und zu einem nahe gelegenen Fluss, wo wir hofften Nilpferde und Krokodile zu sehen. Leider blieb uns das verwehrt, wobei Philip und Ole behaupten ein Krokodil gesehen zu haben, das vor uns flüchtete.

Nach weiteren drei Busfahrten und Kopfschmerzen, da wir uns bei der zweiten Fahrt des Öfteren den Kopf gestoßen haben, kamen wir in Lushoto an. Lushoto ist eine in den Usambara Bergen gelegene Stadt , in der wir in einem netten kleinen Hostel entspannt haben. Um uns mal wieder etwas sportlich zu betätigen, haben wir eine 8 stündige geführte Wanderung durch den Regenwald und zu einem View Point gemacht.
Wie könnte es anders sein, nahmen wir dann einen Bus in die inoffizielle Hauptstadt Dar Es Salam, wo wir fünf Tage verbrachten. Dort besuchten wir mehrere Märkte, eine nahe gelegene Insel und haben uns vom indischen Essen verwöhnen lassen, da unser Hotel im indischen Viertel gelegen war.
Falls irgendwer einmal vorhat nach Dar Es Salam in dieses Viertel zu fahren und in einem Restaurant mit roten Tischen zu essen, LASST DIE FINGER VON DEN MASALA CHIPS! (sehr scharf, es wurde geweint…)
Am letzten Tag in Dar Es Salam stießen die Ruanda und Uganda Freiwilligen zu uns, mit denen wir am darauf folgenden Tag mit der Fähre nach Sansibar übersetzten. Wir gaben mit Sicherheit einen amüsanten Anblick ab, da jeder schweigend vor sich hin litt (Seekrankheit).
Auf Sansibar verbrachten wir Weihnachten in Stonetown, eine Stadt in der früher Sklaven verkauft wurden. Ein Tag vor Heiligabend, an dem wir am Strand bei Sonnenuntergang zusammen gegessen haben, kamen auch die Iringa Freiwilligen dazu. Weihnachtsstimmung bei 35 Grad, Sonne und Meer wollte dennoch nicht aufkommen.
Silvester feierten wir dann in Nungwi, wo wir unter anderem auch eine Schnorchel Tour unternahmen. Die Fische freuten sich auch über unsere Anwesenheit, da sie auf der Fahrt ausgiebig von uns gefüttert wurden (wieder diese Seekrankheit…).
Nach der Silvestersause ging es Neujahr über Nacht mit der Fähre zurück nach Dar Es Salam und von dort aus mit einem Daladala (Minibus) nach Bagamoyo zu unserem Zwischenseminar.
Wir unterhielten uns unter anderem über die Themen Rassismus, Kolonialismus, Privilegien, Zukunft, Rückkehr nach Deutschland und unsere Projekte. Es war eine sehr schöne, informative, anregende jedoch auch anstrengende Woche.
Am 09. Januar fuhren wir dann alle gemeinsam nach Dar Es Salam zurück, wo wir uns am 10ten alle voneinander verabschieden mussten.
Nachmittags ging auch schon unser Flieger, mit Zwischenstopp in Südafrika wo wir Lea absetzten, nach Windhoek.
Am nächsten Tag nahmen wir dann den alt bekannten Bus Richtung Tses, wo wir sehnlichst erwartet wurden.

Nun beginnt für uns wieder der Alltag.
Wir melden uns demnächst wieder….

Viele Grüße
Kathi und Philip