Mittwoch, 15. August 2012

Edelstahl und ganz viel Stoff


Nach einigen Diskussionen ist es uns endlich gelungen nach Windhoek zu fahren und für unser Hostel einzukaufen.
Zusammen mit Tommy und seinem Coupé ging es morgens um kurz vor fünf in Richting Hauptstadt.
Es dauerte eine Weile bis wir die ihm „bestens bekannten“ Geschäfte auch wirklich fanden, doch dann stand dem Einkauf dank unseres gut gefüllten Spendenkontos nichts mehr im Weg.
Neben Lampen, Löffeln und Küchengeräten fanden auch 880 Meter Stoff  für Matrazenüberzüge Platz in dem anschließend sichtlich überfüllten Auto.
Bei einer weiteren Einkaufsfahrt ins nahe Keetmanshoop, diesmal mit unserem Pickup, kamen noch Besen, Wischer und Schubkarren dazu.
Seitdem geht die Reinigung des Hostels deutlich besser von der Hand.

Vielen Dank an all unsere Spender, insbesondere die Gemeinden St. Vitus Visbek und
St. Christophorus Werne!!!

Liebe Grüße
Niels und Ines

Sonntag, 8. Juli 2012

Ab in den Süden!

Dank einer Einladung von Father Eliot ging es für uns am dritten Juniwochenende nach Karasburg.

Die Stadt in der Nähe zur süd-
afrikanischen Grenze ist mit ihren rund 4300 Einwohnern eine der größten der Region
(und trotzdem nur ein Dorf).

Nach einem herzlichen Empfang gab es gleich zu Beginn ein Highlight:
Wir konnten den deutschen Sieg über Griechenland live verfolgen!
Am Samstag ging es auf Erkundungstour. Zusammen mit Eliot und seiner Bekannten Anna fuhren wir zum nahe gelegenen Fish River Canyon und genossen die atembraubende Natur.
Ein traditionelles Braai (grillen) bei den warmen Quellen von Ai-Ais rundete den Tag ab.
Nach der Sonntagsmesse fuhren wir raus nach Gabis. Dies ist eine kleine Missionsstation, die unserem Tses gar nicht unähnlich ist. Hier fühlten wir uns wie Zuhause und wurden von den Kindern stolz durch ihr Hostel geführt.
Viel zu schnell war das Wochenende vorbei, doch wir kommen bestimmt noch mal wieder!



Liebe Grüße, Ines und Niels

Sonntag, 1. Juli 2012

Tatü, tata, die Feuerwehr ist da!

Tses - Bei einem Feuer auf dem Gelände des örtlichen Hostels brannte am Freitag, den 22.06.2012, ein leer stehendes Gebäude komplett aus. Bemerkt wurde der stark rauchende Brandherd durch einige Kinder, die Umgehend das Hostelpersonal informierten.
Mit Hilfe von Wassereimern nahmen Arbeiter, Freiwillige und die älteren Jungen den Kampf gegen die Flammen auf. Da es der Gruppe nicht gelang, der Feuersbrunst Herr zu werden, wurde die Freiwillige Feuerwehr von Tses alamiert. Aufgrund von Navigationsproblemen verzögerte sich deren Einsatz allerdings. Die Helfer mussten mit ansehen, wie das Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn am stark qualmenden Brandort vorbei rauschte und hinter den Hügeln verschwand.
Dank telefonischer Verständigung erreichten die Männer schließlich doch ihren Einsatzort, sodass das Feuer erfolgreich gelöscht werden konnte. Besonders die anwesenden Kinder zeigten sich von dem Geschehen sichtlich beeindruckt.
Die Brandursache wurde nach wie vor nicht abschließend geklärt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind jedoch rauchende Jugendliche verantwortlich.


Für Sie berichteten Ines Bramlage und Niels Pollmann.

Sonntag, 24. Juni 2012

Bunt, bunt, bunt sind alle unsere Farben


Während die Kinder ihre Ferien genossen, waren wir fleißig am arbeiten.
Die abgenutzten Spielgeräte des Hostels benötigten dringend einen neuen Anstrich und wir wurden so zu Malern.
Nach wochenlangem Pinselschwingen waren Rutsche, Rakete, Schaukeln und Spieltisch sowohl grundiert als auch gefärbt. Wir wären heute noch beschäftigt, hätte uns der Maler Brandon nicht eine seiner Rollen abgetreten.
Die seit zwei Wochen zurückgekehrten Kinder haben sich über die neue Farbenpracht sehr gefreut. Zu unserem Leidwesen sind bereits erste Abnutzungserscheinungen aufgetreten, aber dafür sind die Geräte ja nun mal da!
Viele Grüße, Ines und Niels

Sonntag, 20. Mai 2012

„The black one“ – Eselschlachtung die zweite



Wer unseren Blog von Anfang an verfolgt hat wird sich vielleicht an die ein oder andere Schlachtung erinnern. Für alle anderen hier nochmal ein Gesamtablauf vom letzten Donnerstag:
Zuerst ging es mit unserem Pickup (genannt White Donkey) zu einer gut 100km weit entfernten Farm, da diese im Umkreis die besten Esel anbietet. Man kann sagen, was man will, aber mit über 100 km/h bei Sonnenuntergang durch die goldene Savanne zu fahren ist einfach genial.
Die simpelen drei Worte „the black one“ besiegelten das Schicksal eines schwarzen Esels, der gefesselt, niedergerungen und vor Ort durch einen Kehlschnitt getötet wurde. Mit dem toten Tier ging es unter einem phänomenalen Sternenhimmel zurück nach Tses. Auf dem Rückweg überfuhr unser Fahrer noch gekonnt zwei Hasen, die ebenfalls den Weg in die Küche finden werden. Nicht umsonst wird diese Schotterpiste auch „Vleispad“ (Fleischweg) genannt.
Zurück in Tses haben wir den Esel dann auf den Rücken gedreht, gehäutet und Stück für Stück zerteilt. Von der Bauchdecke ging es über die Innereien bis zur Wirbelsäule. Nach gut einer Stunde war das Fleisch getrennt, verladen und in den Cooler gebracht.

Freitag, 11. Mai 2012

Ein fast normales Wochenende


Es begann wie ein gewöhnlicher Freitagabend. Wir waren mit unseren Freunden unterwegs um ein bisschen zu feiern. Doch als der Club seine Türen schloss, ging es nicht zurück zum Hostel sondern zu einer Totenwache.
Genau eine Woche zuvor ging zur selben Zeit ein junger Mann mit einem Messer wahllos auf die Feiernden los, verletzte vier schwer und tötete zwei weitere. Zum Glück für uns waren wir an diesem Abend Zuhause. Während wir nach wie vor etwas fassungslos sind, kehrte in Tses ziemlich schnell die Normalität zurück. Zwar ist die Wahnsinnstat nach wie vor Gesprächsthema, aber im Club selbst erinnert nichts daran und die Menschen feiern wie zuvor.
Trotzdem ist die Anteilnahme groß. Es ist schon ein merkwüridiges Gefühl nach einem Abend mit Musik, Tanz und Gelächter mit allen Anwesenden zu einem Sarg zu pilgern, ruhig beieinander zu sitzen und Grabeslieder zu singen. So nahm die Jugend von Tses Abschied von einem der ihren, der normalerweise inmitten der Tanzenden Zuhause war.
Um das Chaos des Abends perfekt zu machen, ging es anschließend noch zu einem fröhlichen Junggesellenabschied, denn sowohl Beerdigungen als auch Hochzeiten finden hier samstags statt.
Der Samstag stand dann auch für uns ganz im Zeichen der Trauung. Auf eine Messe mit wunderbarem Gesang folgte eine ausgelassene Hochzeitsparty, in deren Verlauf unsere Freunde versuchten uns afrikanisches Rhythmusgefühl näherzubringen.
Vielen Dank an Barman, Mr. Kooper,  Dancing Teacher, Pastor, Butterfly, Astrid und Gloria für einen sensationellen Abend!

Sonntag, 29. April 2012

Meggy and the Scorpions


Bilder aus dem Probenverlauf: Markt in Windhoek
Skandal in Windhoek: Im Zug wird der jungen Meggy von einer mysteriösen Frau ihr gesamtes Geld gestohlen. Die Scorpions unter der Leitung des charismatischen Josy Jose machen sich auf die Jagd nach „Lady Godzilla“. Die Menschen in Tses konnten dieses Schauspiel anfang April live auf der Bühne verfolgen – unsere Englischklasse hatte Premiere!

Scorpions mit dem Phantombild von Lady G
Gut dreieinhalb Monate dauerte es das Drehbuch zu schreiben, die Rollen zu besetzen und bis zur Aufführungsreife zu proben. Dann war es endlich so weit. Vor einem gut 200 Köpfe starken Publikum aus Dorfbewohnern und Hostelkindern gaben unsere 16 Mädels und Jungs aus der siebten Klasse alles und hatten irren Spaß dabei. Die Aufführung war dann auch ein voller Erfolg und sorgte noch die nächsten Tage für Gesprächsstoff.


Meggy (links) und ihre Tante Helen
Direkt nach der Aufführung wurden wir aufgefordert im nächsten Term ein ähnliches Projekt zu starten.
Zwar haben wir nach den Ferien nur gut eineinhalb Monate Zeit, aber wir wären nicht wir, wenn uns das aufhalten würde!