Freitag, 7. Oktober 2011

Terrassenbau


Momentan abreiten wir an einer neuen Terrasse für das Schwesternhaus. Dieses Proekt beschäftigt mich inzwischen seit fast drei Wochen und ist es daher wert, dass ihm ein eigener Eintrag gewidmet wird.

Die Terrasse besteht aus großen Natursteinen, die mit Zement verbunden werden. Was man in Deutschland für viel Geld kaufen muss liegt hier einfach in der Gegend. So fahren Josef, Tobias und ich mit einem alten Toyota (mit Handschaltung) in Richtung Fish River um die Steinplatten aufzusammeln. Gleich am ersten Tag wurde ich vor Schlangen und Skorpionen gewarnt, die die Steine gerne als Zuflucht nutzen und schon mal ungehalten regieren, wenn man ihr Haus mitnehmen will. Dreimal dürft ihr raten wer gleich am ersten Tag das Glück hatte einer Schlange zu begegnen? Richtig, ich! Allerdings war es ein ausgesprochen kleines Exemplar und hatte wohl mehr Angst vor mir als umgekehrt, da es panisch die Flucht ergriff. Während ich noch dabei war das schön gemusterte Tier zu bewundern kam Tobias angeprescht und bevor ich oder die Schange wussten wie uns geschah war sie auch schon zertreten. Nachdem mir Josef dann versicherte, dass die Schlange trotz ihrer geringen Größe absolut tödlich ist, war ich bei der weiteren Arbeit natürlich viel entspannter. Bis auf weiteres blieb es jedoch bei dieser einen Begegnung.

Auch der Sand um den Zement anzumischen wird wahlweise aus versandeten Flussbetten oder Dünenausläufern geholt, sodass man hier materialtechnisch kostenoptimiert arbeitet.

Innerhalb der letzten Wochen wurde so aus einem großen Beet mit exorbitantem Wasserverbrauch eine Steinterrasse mit kleinen eingefassten Beeten. Ein steinerner Grill ist bereits geplant und wird sehnlichst erwartet, immerhin fängt ja die Grillsaison an.

So viel zum Terrassenbau.

Euer Niels

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Arbeitsalltag

Hallo zusammen, hier mal ein kurzer Überblick über meinen typischen namibischen Alltag.

Morgens um kurz vor 6 klingelt der Wecker und dann heißt es rein in die Klamotten und raus aus dem Haus. Je nachdem ob es für die Kinder Brot oder Porridge (eine Art Maismehlbrei) gibt schleppe ich entweder Kisten mit den fertigen Stullen oder Äpfel zum Speisesaal, wo Friede und ich mit Hilfe einiger Kinder das Essen austeilen. Dieses System haben wir bereits optimiert: Eigentlich wurden Brot bzw. Äpfel immer auf die Plätze gelegt, bevor die Schüler/innen in den Saal durften. Das hatte aber ein wildes hin und her Tauschen unter unseren Helfern zur Folge. Besonders beliebt war auch das Abkratzen der Erdnussbutter von den ausliegenden Broten. Um das zu unterbinden verteilen wir die Brote bzw. Äpfel jetzt direkt wenn die Kinder zum Essen kommen. So ist jeder mit seinem Frühstück beschäftigt und nicht mit dem der Anderen. So gegen viertel vor 7 (Sonnenaufgang aktuell um 6:34 Uhr) ist das Frühstück vorbei und wir haben kurz frei um Mails zu schreiben und zu duschen oder nochmal zu schlafen, bevor um 7:30 Uhr auch für uns das Essen auf dem Tisch steht (weil Schwester Emereziana im Moment in Keetmanshoop ist steht neuerdings auch Tischdecken auf unserem Programm, Morgens übernimmt aber häufig Schwester Beatrix diesen Job). Nach dieser morgendlichen Stärkung geht es für mich zurück zum Brothers House (Wohngebäude mit Arbeitsräumen, ursprünglich für irische Mönche gebaut; mein Wohnort) wo ich Computerkurse für junge Frauen gebe. Während Florian ihnen in einem ersten Kurs die Grundlagen von Word und den PC im Allgemeinen erklärt hat, versuche ich diese Kenntnisse nun um Word für Fortgeschrittene sowie PowerPoint und Excel zu erweitern. Dabei klaffen gravierende Unterschiede auf. Während einige neues Wissen aufsaugen und nach kurzer Zeit tolle Resultate zeigen, haben andere bereits wieder vergessen wie man den PC richtig ausschaltet. Zusammen mit den nicht gerade neuen Rechnern (Windows 98 etc.) ergibt sich teilweise hohes Frustpotential. Zum Glück machen selbst die Vergesslichsten Fortschritte. Nach dem Mittagessen (12:30Uhr) geht es mit Josef an die Arbeit. Dabei steht das Abschleifen und Streichen der Türen ebenso auf dem Programm wie die Reparatur der Toiletten oder Maurerarbeiten. Abendessen ist um kurz nach 6, wobei im Marienmonat Oktober zuvor noch der Rosenkranz gebetet wird. Dazu trifft sich die Gemeinde in der kleinen Missionskirche. Gebetet wird Tag für Tag abwechselnd auf Afrikaans oder Englisch (mit endsprechender Begleitliteratur kein Poblem). Der Abend ist dann Internetzeit. Hier werden Skype, facebook und E-Mail Programme auf Höchstleistungen gebracht, bevor ich zwischen 10 und 11 ins Bett falle.

Jetzt wisst ihr wie es hier so abläuft!

Bis dann, Euer Niels

Montag, 3. Oktober 2011

Was lange währt, wird endlich gut ...

hier ist nun unser erster Blogeintrag aus Tses. Die Sonne lacht, ein kleiner Schokokuchen steht auf dem Tisch und uns geht es gut.
Nachdem wir vor gut einen Monat in Windhoek gelandet sind, ging es für uns zunächst in Richtung Osten zu Schwestern Antonia nach Dornfeld ,wo wir die ersten beiden namibischen Nächte im "Paradijs", dem Gästehaus der Schwestern, verbringen durften. Unsere nächtliche Ruhe und innere Gelassenheit wurden jedoch von lautem Fauchen unterbrochen. Was für uns nach Schlangen, Scharben oder Schlimmerem klang, entpuppte sich als harmlose kleine Eulen in den Baumwipfeln. Nach dem ersten Schrecken und einer kleinen Erfrischung im Swimmingpool der Schwestern, führte uns unser Weg zurück nach Windhoek, wo uns der Bischof schon erwartete. Nach einem 7-minütigen Besuch der Kathedrale ging es dann auf in Richtung Süden. Unterwegs konnten wir einen ersten Blick auf das Hostel in Rehoboth und somit auf Ines zukünftigen Einsatzort werfen. Erschöpft von der namibischen Hitze wurden wir dann nach fünf Stunden mit einer herzlichen Umarmung unserer Schwestern begrüßt ... und ehe wir uns versahen waren die ersten drei Wochen schon um. Jetzt sitzen wir hier und können kaum fassen wie schnell die Zeit verging und was wir bereits alles erleben durften. Begleitet von ein -zwei Eselschlachtungen und Friedes Skorpionpanik, sowie ersten Versuchen der experimentellen Küche (der besagte Schokokuchen enthält weder Mehl noch Eier oder Milch), gewöhnten wir uns schnell an unseren Alltag. Dieser beginnt für uns um 6.00 Uhr mit dem Frühstück der Kinder. Nach unserer morgendlichen Stärkung zieht Niels mit den Arbeitern los um Türen zu lackieren, Mauern zu errichten oder Terassen zu bauen, während Friede den Kampf mit den Kindergartenkindern aufnimmt. Mit diesem straffen Vormittagsprogramm verdienen wir uns dann nach dem Lunch unsere "Holy Hours", die zur Erholung dienen. Nachmittags widmen wir uns Dekorations- und -Bastelarbeiten für den Kindergarten, Computerkursen und der Vorbereitung des Hostelfrühstücks (man nehme 29 Vollkorntoastbrote, schneide diese in 6 gleichgroße Stücke, beschmiere sie in einem Affenzahn mit Peanutbutter und sortiere sie dann feinsäuberlich in große Kisten). Ein besonderes Highlight war das große Fest anlässlich der Priesterweihe von Father Laurenze in Keetmanshoop, wo wir dann auch Schwester Elisabeth wieder trafen.

Alles in Allem geht es uns hier also gut und wir freue uns darauf Euch noch Vieles zu berichten!
Niels und Friede

Donnerstag, 29. September 2011

Auf Wiedersehen

Nachtrag:

Elisabeth und Florian möchten sich hiermit offiziel verabschieden und ausdrücklich allen Unterstützern in dieser Form danken.

Elisabeth studiert nun in Koblenz und Florian in Aachen

Freitag, 1. Juli 2011

Alles neu.

Wenn ihr schon von der neuen Bratpfanne in Tses gehört habt, will ich auch mal kurz die Neuanschaffungen in Rehoboth auflisten, damit ihr informiert seid:
- ein Kühlschrank
- eine Fleischsäge
- ein Computer und Drucker fürs Büro
- 2oo Betttücher
- Lebensmittel
- Öl für die Kochtöpfe

Ja, geplant sind jetzt noch neue Vorhänge und neue Bänke für den Essenssaal.
Danke an die Spender!

Liebe Grüße aus Rehoboth,

Elisabeth

Montag, 27. Juni 2011

Computerkurse

Hallo ihr Lieben,

Nach langer Zeit melde ich mich endlich auch wieder aus dem kalten Tses.

Meine Eltern sind über die Osterferien hier gewesen und ich konnte 2 Wochen in Windhoek verbringen bevor ich mit Computerkursen angefangen habe.

Seit knapp 5 Wochen gebe ich nun Computerkurse auf der Missionsstation für Mädchen im Alter von 16-25 Jahren.

Dies ist Teil eines Programms das Bischof Phillip hier vor kurzem eingeführt hat. So wird den Mädchen die Möglichkeit gegeben einen 2 wöchigen Kurs zu absolvieren der ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen soll. Neben Computer wird auch noch Nähen, Hauswirtschaft und frühe Kindererziehung angeboten.

Der Kurs ist dann so aufgebaut das halbtäglich Computerkurs gegeben wird und die andere Hälfte des Tages wird dann mit einem der drei oben genannten Varianten gefüllt.

Diese Kurse werde ich nun bis Ende meines Aufenthaltes geben sodass auch ja keine Langweile aufkommen wird.

Nebenbei bin ich natürlich immer noch im Hostel beschäftigt und helfe den beiden Novizinnen bei ihren pastoralen Aufgaben.

Ganz stolz kann ich nun verkünden das wir eine große Kochpfanne für die Hostelküche angeschafft haben die es nun dem Hostel ermöglicht eine größere Variation an Essen zu kochen. Eine Waschmaschine ist nun in Planung um die Bettbezüge und Kleider der erst Klässler waschen zu können.

Gleichzeitig habe ich ein paar Sachen für den Computerkurs angeschafft da die Computer vom älterem Baujahr sind und mit Windows 98 laufen.

Ansonsten passiert in Tses nicht viel die Missionsstation wird noch immer fleißig renoviert sodass mein Haus jeden Freitag als Arztpraxis fungiert. Glücklicherweise habe ich seit knapp einer Woche warmes Wasser zum Duschen dies ist bei 5 Grad echt von Nöten.

Letztes Wochenende konnte ich Elli in Keetmanshoop besuchen sie hat auch prompt einen Kuchen gebacken.

Bis Bald

Euer Flo

Montag, 23. Mai 2011

Back to school…

 

Die Schule ist wieder angelaufen, und hier in Rehoboth gibt es mit dem neuen Schulterm zumindest im Hostel einige Veränderungen, denn wir haben neues Personal.

Anstatt Anton und Mathilde sind aus den Ferien ein neuer Hostelfather und zwei neue Betreuerinnen für die Kinder zurückgekehrt. Es ist lustig, wenn man plötzlich zum “alten Eisen” gehört und schon alles erklären kann/soll, alle Abläufe weiß, obwohl man selbst erst seit zwei Monaten hier ist. Es läuft ganz gut, auch wenn die Kinder sich Anton zurücksehnen, den sie erst jetzt so richtig zu schätzen wissen.

Ein prägender Eindruck der ersten Woche war für mich, als ich in die Kammer der älteren Jungs kam, die gerade dabei waren, sich all ihre Oberteile und Hosen übereinander zu ziehen. Es ist ja schon ziemlich kalt hier, aber so kalt nun auch wieder nicht, auf mein Nachfragen, was denn los wäre, kam die Antwort “We have to protect ourselves:”. Ich stand immer noch auf dem Schlauch, bis ich dann irgendwann verstanden habe, dass die Klamotten nicht zur Abwehr von Kälte, sondern von Schlägen übergezogen wurden…

Wenn ich Zeit habe, dann gehe ich Maike besuchen,eine deutsche Freiwillige, die hier in der Nähe wohnt und im Krankenhausgarten arbeitet. Zur Zeit wohnen in ihrem Zimmer neben einem kleinen Kätzchen auch 70 Küken, die dort für einige Zeit einquartiert wurden. Mit Wärmestrahler und Decken versuchen wir sie über Wasser zu halten, ist aber aufgrund der Kälte sehr schwer, von den ehemals 80 sind nun dann nur noch 70 übrig. Zum Aufwärmen kommen sie dann auf den Bauch oder in die Jacke, ziemlich süß die Kleinen, aber keine Konkurrenz für das Kätzchen.

Die Kinder sind fröhlich aus den Ferien wiedergekommen, etwas Heimweh gibts hier und da, aber mein neues Märchenbuch macht das alles wieder wett. Kein Tag vergeht ohne mindestens 4 Märchen, die ich frei ins Englische übersetze, also nicht nur gute Unterhaltung und Spannung für die Kinder, sondern auch gleich Englisch lernen noch dazu. Die Renner sind immer noch Schneewittchen und Der Wolf und die 7 Geißlein.

Ja, soweit ists das Neuste aus Rehoboth, liebe Grüße,

eure Elisabeth